Und Klöppel weiss alles

Weihnachtszeit ist Spendenzeit, und ganz besonders nobel gaben sich die Privatfunker von RTL. Sie zogen Günther Jauch die Spendierhosen an, und ließen den Ratefuchs ein Prominenten-Special seiner epochalen Show "Wer wird Millionär?" zugunsten bedürftiger Kinder veranstalten. Ein Fernsehereignis, dass es verdient, gewürdigt zu werden. Hier Auszüge:

Jauch: "Vervollständigen Sie den folgenden Satz: Die dümmsten Bauern haben die dicksten..." Antwort Katy ‚Walter‘ Karrenbauer: "Eier". Falsch, setzen. Macht trotzdem 64.000 Mark.

Jauch: "Welcher Begriff geht auf den Science-Fiction-Autor W. Gibson zurück?" Antwort Peter Klöppel: "Cyberspace". Jauch: "Ja?" Klöppel: "Ja!" - "Ja?" - "Ja!" - "Ja?" - "Ja!" - "Ja?" - "Ja!" - "Okay". 32.000 Mark. So fesselnd kann nur Fernsehen sein.

Aber auch so lehrreich. Frage: "Was ist ein Epikureer?" Antwort von Harald Schmidt. "Genussmensch!" Jauch: "Wissen Sie?" – "Weiß ich. Lehre des Epikur. Ich weiß nur, dass die Lehre des Epikur bedeutet: Geniesse!" – "Fressen, Saufen." – "Weiber! Obwohl Epikur eher Männer, Tiere..." Leider verhinderte Jauch nun mit dem entscheidenden "Er war es." weitere Ferkeleien.

Als das Publikum Harald Schmidt Hilfestellung leisten musste, gab der tief gerührte Fernsehmensch Einblicke in sein Innenleben. Jauch: "..und Sie lieben ja Ihr Publikum." – "Das ist es. Anders kann man diesen Beruf gar nicht ausüben." – "Das merkt man Ihnen immer wieder an.". "Das war nicht immer so.", nickt Schmidt. Auf die Hilfe durch das Publikums angesprochen, "...ist dies nicht der Moment, wo einem das alles wieder zurück gegeben wird?", reagierte der harte Harry fast schon philosophisch: " Ja, wobei man es nicht unter dieser Voraussetzung machen sollte. Wirklich große Liebe zeigt sich, wenn man gibt, ohne eine Gegenleistung zu erwarten." – "Ohne Berechnung?" – "Ja." – " Ich glaube, Sie haben Recht, Herr Schmidt."

Doch lange sollte er nicht mehr Recht behalten. Schmidt rutschte zwar bis zur Halbmillionenfrage durch, doch gefragt, was das Wort Fakir bedeute, mußte er passen. Aber aufgeben wollte der Feingeist noch lange nicht. "Es ist sehr schwierig....Man kann ja für 32.000 Mark schon viel Gutes tun. Aber so viel mehr Gutes kann man für 500.000 Mark machen. Ich persönlich würde weitermachen." – "Wenn Sie das vor den Kindern verantworten können.", konterte Jauch spitz, "Sie sollten nun natürlich tunlichst die richtige Antwort geben.". "Der Starke.", verkündigte Schmidt, und lag damit völlig daneben. Doch Trost kam schnell. "Nicht schämen. Sie haben sich wacker geschlagen, Herr Schmidt.", drückte Herr Jauch ihm spöttisch sein Mitgefühl aus.

So versöhnlich endete diese Volkshochschulstunde für Besserverdienende, die den Kindern zwar viel Geld, doch dem Zuschauer nur das große Gähnen brachte.