Die ganze Welt sucht und findet. Die USA einen neuen Präsidenten, Deutschland
einen Schmökel, und Arabella Kiesbauer alles und jeden, und das natürlich
im Fernsehen. Immer Dienstag Abend auf PRO 7 fahndet die Stakkato-Stimme aus
der Steiermark nach Zuschauern, Linksträgern und der berühmten Stecknadel
im Scheißhaufen. Als wiedergeborene Eduard Zimmermann und ausstaffiert
mit einem froschfarbenen Hosenanzug wird zunächst gefahndet und anschließend
zusammengeführt was zusammengehört, oder auch nicht.
Je nach Fall zieht Arabella dabei alle Register ihrer erstaunlichen Fähigkeiten. Um ungelöste Mordfälle aufzuklären, schäkert die Dreißigjährige mit Kriminalbeamten um die Wette, als hätte sie bei Scotland Yard gelernt und nicht beim Österreichischen Rundfunk. Gilt es dagegen, Adoptivkindern ihren leiblichen Eltern zuzuführen, so segelt die scheinheilige Fregatte unter voller Fahrt auf einem Tränenmeer durchs Fernsehstudio. Nach sieben Jahren Nachmittagstalk mit geschätzten 10 Millionen Gästen scheint die sprachgewaltige Labertante mittlerweile jedem Schlamassel gewachsen zu sein.
Und das muss sie auch. Denn was sich gleich in der ersten Folge von "Arabella sucht" an Not und Elend über den Bildschirm ergoss, hätte schwächere Geister schnell dahingerafft.
So die Geschichte eines Familienvaters, der vor sechs Wochen im Suff auf der Reeperbahn entschied, ein neues Leben zu beginnen. Während er nun wohl am Südseestrand sein Luxusleben geniesst, hetzt in der Heimat die Restfamilie den Spürhund Arabella auf seine Fährte und ihre Rache wird fürchterlich sein. Denn ein "Happy-End ist nicht garantiert" hat sie vorsorglich drohend angekündigt.
Aber manches Mal wird es doch vollstreckt, wie im Fall der 19jährigen Ivonne. Das glückliche Ende als Wiedervereinigung auf der Rollschuhbahn. Nach vielen Jahren der Trennung rasseln Vater, Tochter und Stiefschwester auf Inlineskates plötzlich ineinander. Dazu heulen die Geigen und dröhnen die Glocken. Arabella hat ihre nächste "Reunion" vollzogen. Allerdings mit einem kleinen Schönheitsfehler, denn Mutti fehlt noch. Doch Arabella wird weitersuchen, hat sie jedenfalls versprochen.
Und wenn sie schon dabei ist, vielleicht findet sie auch den Vater, der seine Tochter vergewaltigt und verbrannt hat; den Knochenmarkspender für das kranke Kind, den Erben von 2 Millionen Mark, einen neuen Bundestrainer oder sogar eine wohlklingende Stimmlage für sich selbst.
Vielleicht begibt sie sich aber auch auf die Suche nach Jörg Wontorra und lässt ihn erklären, warum sie mit dieser Sendung scheitern wird. Denn dem ist dies mit "Bitte melde dich" schon längst passiert.