Alpine Ski-WM in St. Anton


In der Fußballbundesliga hat das Tore-schießen wieder begonnen, die Kollegen vom kleineren Handball werfen ihren Weltmeister in Frankreich aus und im fernen Florida prügeln sich die Super-Bowler um ihr Ei. Es scheint, als würde die ganze Sportwelt von Bällen beherrscht. Allerdings, ein kleines Dorf in Österreich leistet Widerstand: St. Anton am Arlberg.
Dort rutschen junge Menschen auf ihren gut gewachsten Brettern die Hänge hinunter. Die alpine Ski-Weltmeisterschaft hat begonnen.
Da stellt sich die Frage: Ist Wintersport überhaupt Sport? Haben Sie etwa schon einmal einen Skiläufer schwitzen sehen? Wo ist der Ball, wo sind die Mannschaften? Ist ein Fangnetz womöglich besser als ein Tornetz?
Auch wenn die rasenden Litfaßsäulen sich im Kampf um Tausendstel-Sekunden wagemutig im Slalomschwung zu Tale und Tode stürzen, die einzigen Wintersportarten, die ich anerkenne, sind und bleiben Husten und Après-Ski.
Da mag ein Herminator noch so prächtig Tracht und Flagge tragen, der Unterschied zwischen Berg- und Talski, Sulz- und Neuschnee oder Pistensau und Skihaserl ist mir egal, wenn keine Tore fallen.
Aber eines kann ich den Skiläufern wirklich nicht absprechen, Mut haben sie alle. Und das ist schon sehr sportlich...