Fernsehtipp
für 2.3.
"Welt
der Mode" ZDF 21.07 Uhr
Ganz
Europa leidet nun seit Wochen unter den schlimmsten Stürmen seit Erfindung
des Barometers, doch anderen geht es auch nicht besser. Jetzt ist auch Tahiti
von einer gemeinen Modewelle heimgesucht worden, die schwerste Verwüstungen
hinterließ. Das zweite deutsche Buntfernsehen hat seine rasenden Reporter
vor Ort gesandt, um über die furchtbaren Frühlingsschäden und die kommende
Sommerkatastrophe zu berichten: Am grässlichsten wird es die Frauen treffen.
Was frau tragen soll, sind einmal mehr die sehr pastelligen Strukturen in
Uni. Üppig abgestimmte Strickgarne entsprechen, wie gehabt, dem neuen Zeitgeschmack.
Ausgezeichnet verarbeitet zu minifarbenen Materialmixparkas in hamsterarschbraun,
bilden sie den 'Dernier cri' der Saison. Abends trägt die Dame von Welt
ihre Schale in luftig-leichter Lochmusteranordnung auf durchsichtigen Querbalken,
die das mit rosa Noppen besetzte freie Rückenteil unaufdringlich hervorheben.
Auf Dessous sollte im Frühling gänzlich verzichtet werden, höchstens ein
sehr fleischfarbenes Tutu ist erlaubt, aber bitte nur mit praktischem Schraubverschluss.
Wieder in Mode gekommen, sind auch die ölpestbunten Knickerbocker mit Gehschlitz
und ausgeschnittenem Bund, wie sie schon vor hundert Jahren niemand zu tragen
wagte. Für die zahlreichen äußerst Molligen empfiehlt sich noch wie vor
die strapazierfähige Umstandsmode für Beschwipste. Kochfest selbstverständlich,
und ohne Accessoires bitte. Flaschenförmige Glockenröcke in Weißwein als
"pret-a-porter" getragen, bilden den Höhepunkt aller Modensauen,
sind jedoch nur mit Vorfahrt und etwas Rouge zu genießen. Sollte dieses
verblasst sein, behilft sich Frau dieses Jahr mit mehrfarbigen Schnittbögen,
am besten vom eigenen Ehemann sauber auf die Haut genagelt. Denn der muss
eh am meisten leiden. Schon heute Abend, falls er sich nicht bei der Wohl
des Fernsehprogramms durchsetzen kann .....
ABMOD
25%
Polyester, der Rest Sonne und Langeweile, alles im ZDF ab 21.07 Uhr in der
"Welt der Mode".
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Fernsehtipp
für Freitag, 8.12.
"M
- Das Männermagazin" RTL 1. 15 Uhr "Das Stundenhotel von St.
Pauli" SAT 1 23.05 Uhr
Auch
wenn die Erstsendung gerade mal vier Tage zurückliegt, werden zur Wiederholung
heute Nacht wieder Millionen voll bemannt vor dem Bildschirm hocken, um
hochkonzentriert auf eigene kleine Höhepunkte zu warten. Geboten wird bei
RTL "M - Das Männermagazin" mit Muskeln, Motoren und Mädchen,
allem was so ein richtiges Männerherz zum Klopfen bringt. Der früher so
saubere Bildschirm wird dann zum Schlüsselloch für ein Millionenvolk von
verklemmten Erotomanen, die sich an schäbigen Softpornos ergötzen möchten.
Ohne jeden Hauch von Erotik werden sportive Aktmodelle zu seltsamer Musik
und an merkwürdigen Örtlichkeiten völlig unmotivierte Entblößungsversuche
vornehmen, um bei Gelingen lächerlich selbstzufrieden Hand an sich zu legen.
Nackte und solche, die es besser nicht wären, geraten zwischen die Werbeblöcke
und klatschen baumelnde Busen gegen Kameras oder begeistern sich am eigenen
Gesäß, Doch diese primitiven Anschläge auf Mann seine Instinkte sind nicht
nur ejakulatorischer Natur. Dahinter steckt kein aufklärerischer Gedanke,
sondern der schnöde Mammon, natürlich. Jede Folge dieser Peepshow kostet
gerade mal 20.0000 Mark und ist damit genauso billig wie sie aussieht. Und
so erfüllt diese Penetration zu Dumpingpreisen ihren Zweck für die Kölner
Privat-Sexisten. Ähnlich wie bei Fußball und Tennis sollen diejenigen Zuschauer
angelockt werden, die auf anderen Kanälen, wie im eigenen Bett zu kurz kommen.
Und auch den Werbekunden gefällt dieser Stoßverkehr. Zu dessen Sendezeit
sind die Werbepreise billig und erreichen doch viele Zuschauer. Kein Wunder,
dass da die prüde Konkurrenz aufschreckt. Zwar versprechen ARD und ZDF,
dass bei ihnen Nummern nur bei den Lottozahlen geschoben werden, doch SAT
1 möchte noch einen steilen Zahn zulegen. Allerdings, ihr sündiger Eros-Trip
müsse mit dem übrigen Programm Schritt halten. Ob also selbst in eine tote
Hose noch Bewegung geraten kann, ist heute Abend zu begutachten, wenn der
sündige Curd Jürgens in das "Das Stundenhotel von St. Pauli" absteigt...
ABMOD
Für
die ganz Schlimmen unter unseren Zuhörern: "Das Stundenhotel von St.
Pauli" zeigt SAT 1 um 23,05 Uhr und ab 1.15 Uhr läuft "M-Das Männermagazin"
bei RTL.
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Fernsehtipp
für Freitag, 23.02.
"Mainz,
wie es singt und lacht" ARD 20.15 Uhr
Deins
bleibt deins und Mainz bleibt Mainz. Fernseher bleibt Fernseher und live
ist es am schönsten, genauso wie Ausnahmen die Regel bestätigen. Jedes Jahr
hat diesen Freitag, an dem man wünschte das Fernsehen wäre nie erfunden
worden. "Mainz wie es stinkt und kracht" heißt die grässliche
Livesendung aus dem ebenso unschuldigen wie kurfürstlichen Schloss in Hessen,
das sich bis unter die Zinnen rot schämen würde, wenn es denn könnte. Scharf
wie "alaaf " und blau wie "helau " begehen uniformierte
Spießvögel ihr geschmackloses Aufeinandertreffen. Jede Jahreshauptversammlung
der Freunde mittelalterlicher Brunnen im Südfrankenland hat mehr Witz und
Niveau als das brünstige Herumgeklöter der närrischen Fasenachtsfratzen.
Mit der Wortgewandtheit von taubstummen Klobürsten tollen Narrelesen und
ähnliche Wesen mit Gecken und Jecken um die Wette; angeführt von Ihro Gnaden
der Sitzungsmajestät Reiner Laub, wie er ganz treffend heißt. Der CDU-Abgeordnete
ist, wenn er die Pappnase in der Hose trägt, Geschäftsführer der Gesellschaft
zur Beseitigung von Sondermüll, darum besitzt er auch keinen Spiegel. Lieber
bläst er sich und anderen kräftig den Narhalla-Marsch, was ausgeht wie das
Hornberger Schießen unter die Gürtellinie. Zotige auf Kosten von Minderheiten
ist auch das üble Geschäft der flügellahmen Gonsbach-Lerchen, um die sich
eigentlich der Tierschutzverein kümmern müsste. Die gleiche dumpfe Gesinnung
beweist stolz und heiter der Pöbeltrupp der Prinzengarde, vom Glück verlassene
Bürgerskinder, die sich dafür während ihrer drei tollen Tage schadlos halten
wollen. Das einzig Gute an diesem Affentheater im Morast deutscher Kleinbürgerlichkeit
ist, dass alle Büttenschwafler ihre Phrasen in einem Dialekt dreschen, den
eh kein vernünftiger Mensch verstehen kann. So bleiben sie wenigstens unter
sich...
ABMOD:
Wer
einmal wissen möchte, wie es unter deutschen Er Stammtischen aussieht, der
kann das heute in der ARD erfahren: Krankenval ab 20.15 Uhr .
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Fernsehtipp
für Mittwoch, 11.4.
"In
inniger Feindschaft" ARD 20.15 Uhr
Menschenleere
Straßen, geschlossene Theater und Kinos. Deutschland heute Abend - eine
Nation wird vor der Glotze kauern.
Der
ARD ist der größte Coup seit Erfindung des Köpcke gelungen, sie überträgt
heute Abend das spannendste Duell der Farbfernsehgeschichte. "In inniger
Feindschaft" heißt so passend der Hennenkampf, in dem die beiden monumentalsten
Vetteln deutscher Versuchsschauspielerei gegeneinander blöken werden: Inge
Meysel, die eingelaufene Mäusemutter der Nation, trifft auf die zum Arschgesicht
geliftete Hildegard Knef. Falten gegen Wülste - ein Kampf auf Verbiegen
und Zerbrechen, ohne geöffneten Ausschnitt, aber mit offenem Ausgang. Obwohl
Inge Meysel 16 Jahre mehr auf ihrem debilen, krummen Rücken zu tragen hat,
spricht die derzeitige Backform doch für sie. Die erfolgreiche Knoblauchpillenfabrikantin
wuselt als eigene Werbetafel herum. Gluckt und verspritzt Gift, als wäre
das Spiel 'Intrige' für sie erfunden worden. Hildegard Knef, die verlebte
Schimmelstute, scheint dagegen etwas außer Trab geraten zu sein. Ihren Hafer
bekommt sie vom Künstlersozialwerk und den aufgeschwemmten Leib traut sie
sich nur nach aufwendigen Anstreicharbeiten einer angewiderten Öffentlichkeit
vorzuführen. Doch die verfettete Matrone scheint solch Abscheu gar nicht
mehr richtig wahrzunehmen. Außer einer Visage, die an missglückte Zangengeburten
erinnert, deuten schwerste Bewegungsstörungen auf ein schlimmes Formtief.
Doch angeschlagene Gegner sind die gefährlichsten. Frau Meysel sollte auf
der hässlichen Hutspitze sein, um am Ende das goldene Schrapnell davontragen
zu können. Die nervöse Alte ist ja ohnehin in ihre immense Leidensfähigkeit
verliebt, wegen der sie schon so manches Schwimmbad randvoll heulte. immer
wieder ein schauderhaftes Bild, bei dem auch keine Schadenfreude versöhnen
kann, das Würgen im Hals ist zu stark. So zollen wir diesen beiden giftigen
Damen unseren Ekel und Hass, hoffend, dass die 'Innige Feindschaft"
keine überleben wird.
ABMOD:
Kein
Plädoyer fürs Altwerden heute in der ARD um 20.15 Uhr. "In inniger
Feindschaft" heißt der Film, in dem zwei widerwärtige Beispiele, von
Gerontophilie vorgeführt werden.
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Fernsehtipp
für Dienstag, 30.1.
"Telemotor"
ZDF 22.10 Uhr "Götter aus Blech" ZDF 22.40
Uhr
Nach
den neuesten Statistiken kommen in der BRD auf jedes Auto zwei Einwohner,
doch die allmächtige Automobilindustrie wird wohl auch dann noch keine Ruhe
geben, wenn jeder Bundesbürger über zwei Fahrzeuge verfügt. Solch erhabenem
Anspruch fühlt sich natürlich auch das ZDF verpflichtet, und so ist sie
nun wieder im Programm: "Telemotor", die Sendung der Mythen, Monster
und Motoren. Und für alle, die ihren Kühler lieber im Kopf und PS-Stärken
in der Hose tragen sollten, hat es auch gleich in der ersten Ausgabe die
passenden Themen: Zum Beispiel den langersehnten Geländewagentest. Mit diesem
semi-offenen Vehikel, früher auf Förster und andere uniformierte Totschießer
beschränkt, kutschiert heute jedes solargebräunte Flittchen zur Pediküre,
um auch im Sommer ihren frisch rasierten und gefärbten Pelz ausfahren
und bewundern lassen zu können. Ganz zu schweigen von den verwöhnten Schnöseln,
die ganz einfach zu faul sind, ihr Surfbrett vom Parkplatz bis zum Starnberger
See zu tragen. Außerdem baumelt so das Goldkettchen besser auf den nicht
vorhandenen Haaren, als im geschlossenen Opel Manta. Eine vierradgetriebene
Karre für alle, die im Kopf noch nicht einmal über den einfachen verfügen.
Welcher Bankier also bis heute nicht wusste, welchen Jeep er seiner Freundin
unters Bett stellen sollte, heute kann er es nun erfahren. Ein Umweltthema
als obligatorisches Feigenblatt darf natürlich auch nicht fehlen. Doch wer
das Auto lieber als gesellschaftspolitische Rostlaube behandelt haben möchte,
sehe gleich die Sendung danach: "Götter aus Blech". Dort wird
nun verraten, warum auch die Worte 'autoritär' und 'Autopsie' mit 'auto'
beginnen. Ein stolzer Statistiker verrät, wie viel Kindergärten jedes Jahr
mit totgefahrenen Kindern gefüllt werden könnten, und nicht minder aufgeblasen
schwärmt ein Landschaftsplaner von seiner achtspurigen Autobahn im Einklang
mit der Natur. Dass für diese Trasse Wälder gerodet und Menschen vertrieben
wurden, sieht aus den mobilen Todeszellen ja niemand mehr. Gegen das Waldsterben
wird ein Schilderwald gepflanzt, doch gegen die Dummheit der Menschen hilft
wohl nur der radikale Völkermord auf Asphalt.
ABMOD:
Wer
meint ein Lenkrad hätte mehr Rundungen als seine Frau, der schaue ruhig
rein in den "Telemotor" im ZDF um 22.10 Uhr. Die nächste Stoßstange
folgt gleich anschließend, "Götter aus Blech" um 22.40 Uhr.
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Fernsehtipp
für Freitag, 26.1.
"Golden
Girls" ARD 23.00 Uhr
Neue
20teilige Komödienserie
Die
alte Dame ARD hat die Zeichen der Zeit als erste erkannt: Schluss mit jungen
Dummchen, die außer länglichen Beinen und abendfüllender Oberweite, nur
hübsche leerstehende Köpfchen zu bieten haben. Die Zeit ist reif für noch
reifere, ältere Damen, die mit der Erfahrung vieler Jahrzehnte wissen, wo
es lang geht auf den Gebieten der Östrogene, Liebe und Darmträgheit. Statt
mit unbedarften Tanja Schildknechts und Tini Plates zu leiden, wollen wir
nun von den "Golden Girls" erfahren, wo der Hammer wirklich hängt.
Die "Golden Girls", so der Titel einer neuen Serie in der ARD,
sind vier bezaubernde, grauhaarige Damen jenseits der fünfzig, die sich
eine Wohnung teilen. Die aberwitzigste Wohngemeinschaft der Fernsehgeschichte
besteht aus Dorothy, Typ diskret gescheite Lehrerin und ihrer Mutter Sophia,
die, mit allen Wassern gewaschen, für jeden ihre beißende Komik bereit hält.
Dazu gesellen sich die einfältig unbedarfte Rose und Blanche, die ebenso
monoman wie mannstoll, dafür sorgt, dass der Jungbrunnen nie austrocknet.
Vier ältere Damen im D-Zug Tempo, die gar keine alten Zöpfe haben, um sie
abzuschneiden. Der Lebensabend als Frühling, ganz ohne Knoblauchdragees
und Seniorenpass. Taiga-Wurzeln und Thai-Ginseng so unnötig wie Ohrensausen
und Arterienverkalkung. Frau ist so alt, wie sie sich fühlt und der Sex
hört mit dem Babyspeck noch lange nicht auf. Auch auf diesem Gebiet gilt,
dass erst Erfahrung die Klasse macht. Die Anzahl der grauen Haare ist so
unwichtig wie die der Falten. Nur der Spaß zählt! Genau der Spaß, den so
viele Jüngere nicht haben, bei denen die Sorge um die Rente nur vom Braunton
der Schrankwand übertroffen wird. "Golden Girls" ist ein Plädoyer
für das Altwerden, das beweist, dass das Leben erst mit fünfzig richtig
beginnt und dass Frauen wohl doch die besseren Menschen sind.
ABMOD:
Für
alle, die nur mit den Jahren altern, zeigt die ARD heute Abend um 23.00
Uhr "Golden Girls".
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Fernsehtipp
für Mittwoch, 24.1.
"Die
volkstümliche Hitparade im ZDF" ZDF 19.30 Uhr
Endlich
ist sie da ! Obwohl niemand ihr Fehlen bislang bemerkt hat, dürfte manch
einer sich nun vor Freude schon weggeschunkelt haben. Die Rede ist selbstverständlich
von der 'Hitparade der Volksmusik', dem letzten weißen Fleck im deutschen
Fernsehen. Zehn heitere Mittwochabende werden Deutschlands Ureinwohner dieses
Jahr die Lederhosen überstreifen und das Dirndl enger schnallen. Moderieren
tut diese teutonische Trachtenparade keine Geringere als die bekannte Moraltheologin
und Nobelpreisträgerin für Eingeborenenmusik, Carolin Reiber. Stolz und
geschwätzig wie eine Ohrenqualle wird sie die neuste Dirndlkonfektion vorführen
und die Blicke der interessierten Zuschauer auf ihre Frisur lenken, die
immer an das eingefrorene Nest eines explodierten Rohrsperlings erinnert.
Damit solch Naturverbundenheit auch richtig zur Geltung kommt, sorgt die
stilvolle Dekoration für eine passende Atmosphäre: lebendige Holzböcke und
verwesende Alpenschneehühner im Sägewerkstyling schaffen eine Stimmung,
bei der man das Alpenglühen förmlich in den Achselhöhlen spürt. Dazu noch
die wunderbare 'Musi'. Das Weiblich-Rollende-"R" wird jede Sendung
acht megahitverdächtige Heimatmelodien in das gnadenlose Rennen um den ersten
Platz schicken. Abstimmen darf jeder Zuschauer, sofern er nachweisen kann,
im Besitz einer funktionierenden Zither zu sein, ein Erstbesteigungsausweis
ist diesmal nicht nötig. Die Wahl durchführen wird der Trachtenentkleidungsdienst,
abgekürzt TED. Nicht allzu neu, aber bewährt. Gänzlich neu dagegen die hübsche
Idee, 20 Millionen weitere Germanen waidmännisch aufs Korn zu nehmen: In
jeder Ausgabe wird der Monatssieger von "Achims Hitparade der Volksmusik"
als Gast eingeladen. Diese Gewinner aus dem DDR-Fernsehen dürfen aber nur
außer Konkurrenz auftreten. Denn - wer die deutscheren Jodler hat, soll
vorerst noch geheim bleiben.
ABMOD:
Nicht
aus Las Vegas oder Hollywood, sondern aus München kommt heute "Die
volkstümliche Hitparade", im ZDF um 19.30 Uhr.
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Fernsehtipp
für Mittwoch, 18.4.
"Italienischer
Abend im deutschen Buntfernsehen"
ARD,
N3, SAT 1 ...
'Una
notte speciale' mal wieder im deutschen Buntfernsehen. Pizza und Spumante
auf allen Kanälen, in Venedig wie in der Fernbedienung. Würde heute Abend
der Bildschirm ebenso stiefelförmig wie die katholische Halbinsel im Mittelmeer,
keiner könnte es bemerken, so sehr dominieren Spagetti und Makkaroni das
Programm zwischen Labskaus und Leberknödel: Die ARD stellt ihren italienischen
Abend ganz in den völkerverbindenden Dienst des Sports. Genügend Anlass
geben die Europapokalrückspiele mit Mailand und Turin. Bajuwaren und Rheinländer
treten gegen mit allen Rotweinen gewaschene junge Multimillionäre. Das Dritte
Programm wird seinem kulturellen Auftrag gerecht und setzt das deutsch-italienische
Duell mit anderen Mitteln fort. Gesendet wird der Spielfilm "Rom, offene
Stadt", das Meisterwerk von Roberto Rosselini aus dem Jahr 1945. Anna
Magnani spielt eine Widerstandskämpferin, die von der SS ermordet wird.
Menschliche Tragödien vor dem Hintergrund der deutschen Besatzung; ein Film,
der auch nach 45 Jahren niemanden ungerührt lässt. Was alle anderen machen
kann nicht verkehrt sein, sagt sich wieder einmal der platte Banalsender
SAT 1 und kocht auch kräftig mit an der italienischen Suppe. Ihr erster
Italo-Spielfilm des Abends heißt ganz nett "Caro Papa", ist aber
gar nicht lustig. Papa hat zwar den schönen Vornamen Albino, doch das Gegenteil
einer weißen Weste, als Topmanager steht er auf den Abschusslisten der Roten
Brigaden ganz oben. Katzen- und Kinderlieb wie die Italiener nun mal sind,
bekommt die Geschichte ihren besonders dramatischen Touch, weil der Filius
Angestellter einer Terroristengruppe ist. Ein Stoff aus dem italienische
Filmträume sind. 'Z 48' ist die Hauptperson des zweiten Films auf SAT 1.
'Z 48' ist nicht etwa ein Außerirdischer vom Vesuv, sondern ein italienisches
U-Boot, das von seinem stolzen Capitano Leonardo gegen die Nachfahren des
Sir Francis Drake durch die Nudelsuppen gesteuert wird. "Treffen in
Tanger" heißt der blöde Kriegsfilm, in dem auch Lilli Palmer mitschwimmen
darf. Die Rolle der Unterwasserregatta bekam sie zwar nicht, doch für ihre
Darstellung eines weiblichen Periskops wurde sie bei den Unterwasserfilmfestspielen
in Rimini mit dem 'Goldenen Bullauge' ausgezeichnet.
ABMOD:
Trotz
Seveso und Algenpest, heute Abend wird der Frascati eingeschaltet und der
Fernseher entkorkt : 'Bella Italia' bis zum Sendeschluss.
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Fernsehtipp
für Montag, 9. April
gibt's
heute nicht, dafür mal was anderes:
Wegweiser
durch den Kabeldschungel: TELE 5
Wer
kennt das nicht? Man sitzt vor dem Farbfernseher und fragt sich plötzlich:
Um Gottes Willen, was seh' ich da eigentlich? Sport- und Kulturkanäle, Tele
Soundso und Pro dies und das, im Dschungel der Kanäle kann der verkabelte
Zuschauer eben allzu leicht den Überblick verlieren, um vollkommen verwirrt
von den bunten Bildern erschlagen zu werden. Was sind das für Programme,
die Gevatter Fortschritt uns ins Haus liefert? Wem gehören sie? Was senden
sie? Und: Was wollen diese Leute eigentlich von uns? Beispielsweise der
Münchner Privatsender Tele 5, der den Positionskampf um den 3. Platz unter
den Privaten, hinter SAT 1 und RTL plus, aufgenommen hat. Die lange Suche
nach einem Programmprofil hat Tele 5 mittlerweile abgeschlossen. Geboten
werden auf festen Programmschienen Sendungen für die junge Familie und die
Hauptsendezeit wird für massenattraktive Unterhaltungsware, also Spielfilme,
freigehalten. Um das junge Familienglück perfekt zu machen, erhebt der Sender
seine Babysitterfunktion zum Programm: jeden Tag von 17-19 Uhr gibt es Zeichentrickfilme
für die Kleinsten - da stört kein Kinderquengeln den Feierabend der Erwachsenen.
Geradezu genial die Platzierung der Cartoons am Wochenende, auch da beginnen
sie um 8 Uhr morgens und Mutti und Papa können herrlich lange ausschlafen,
wenn sie am Abend vorher, den Sprösslingen die Fernbedienung in die Wiege
gedrückt haben. Die erwachsenen Familienmitglieder versucht Tele 5 vor allem
mit Spielfilmen, Musik, Serien und Sport bei Empfangslaune zu halten. Informative
und problemorientierte Sendungen wie das Behindertenmagazin "Normal"
oder der Jugendreport "Klartext" sind da geradezu Informationsoasen
in der allabendlichen Unterhaltungswüste. Von den vielen Musiksendungen
sprengt besonders das engagierte "Off-Beat" den üblichen langweilig-amerikanischen
Video-Rahmen. Moderiert und produziert von der faszinierenden Susanne Reimann,
ist es diemit Abstand beste Musiksendung im deutschen Fernsehen. Noch mehr
solcher Highlights wären dem Sender zu wünschen, Geld genug ist da. Hinter
Tele 5 stehen unter anderen der italienische Medienmogul Berlusconi und
der umsatzstärkste amerikanische Medienkonzern Capital Cities/ABC. Doch,
Kultur und Niveau kann man nicht kaufen, da gehört auch Mut dazu, gerade
im Fernsehen.
ABMOD:
Schalten
Sie mal Tele 5 ein - im Kabelprogramm oder in den Sendepausen von RTL plus.
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Fernsehtipp
für Freitag, 30.3.
"Das
war Spitze" ZDF 21.07 Uhr
Ein
Satz, ein Sprung: ein Markenzeichen.
Erreichte
der Beifallssturm während seiner Fernsehshow eine bestimmte Phonstärke,
trampelte das Publikum frenetisch im Takt: "Das war Spitze" -
dann hob er ab. Gemeint ist natürlich Hans "Hänschen" Rosenthal,
auch drei Jahre nach seinem Tod immer noch Deutschlands beliebtester Kunstspringer.
Am 2. April wäre er 65 Jahre alt geworden, Grund genug für das ZDF, seiner
heute Abend 37 Minuten lang zu gedenken. Aufgewachsen beim Berliner Agentensender
RIAS, tötete er später in 15 Jahren die Nerven der Bundesbürger mit seinem
Farbquiz "Dalli, Dalli". 153 mal huschte er damit wieselflink
über den Bildschirm, bis die Röhre zu platzen drohte. Schwindlig wurde einem
schon beim Zusehen, doch vollends nervös konnte das Wichtel- unter den Heinzelmännchen
jeden quatschen, der ihm nur für zwei Minuten seine Ohren lieh. Als schnellster
Brüter aller Funkhäuser, erfand das immer etwas zu braun geschminkte "Hänschen"
all die furchtbar lustigen Spiele für seine Kandidaten selbst. Und man merkte
ihm stets an, dass er sie am liebsten auch selbst gespielt hätte. Doch das
verbot ihm glücklicherweise seine phantastische Mannschaft, aus der besonders
das Slalomkastrat Christian Neureuther, die Fußballgattin Monika Sundermann
und der Geschwindmaler Oskar heraus ragten. Doch an den "Hans-spring-in-die-Luft"
reichten sie nie heran. Der kürzeste unter den großen Berufsberlinern war
laut Ohrenminister Genschman "einer der liebenswertesten Menschen auf
der ganzen Welt" - und der kennt viele. Ähnliches empfindet wohl auch
die werte Witwe, Frau Traudl Rosenthal. Sie möchte das Leben ihres Zwergengatten
verfilmen und weiß auch wer die Hauptrolle spielen soll. Kein Geringerer
als Dustin Hoffman darf den Hektiker darstellen - hoffentlich weiß der auch
die hohe Ehre zu schätzen ...
ABMOD:
Zum
65. Geburtstag von Hans Rosenthal sendet das ZDF heute Abend um 21.07 Uhr
'Das war Spitze", 37 Minuten nervöser Fröhlichkeit.
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Fernsehtipp
für Dienstag, 27.3.
"Expeditionen
ins Tierreich" ARD 20.15 Uhr
Was
ist 30 Meter lang, wiegt 150 Tonnen und hat doch gegen 1,60 Meter keine
Chance? Es ist natürlich der Blauwal im Kampf mit seinem japanischen Mörder.
Neben Norwegen und Nordkorea ist es vor allem Japan, das hemmungslos die
Ausrottung der größten Säugetiere betreibt. Zwar gilt seit fünf Jahren ein
Jagdverbot auf Großwale, von dem nur Fänge für wissenschaftliche Zwecke
ausgenommen sind, doch diesen Gummiparagraphen nutzen die gierigen, kleinen
Inselmörder für ihr blutiges Geschäft. Absolut schamlos deklariert Japan
sein Massenschlachten damit, es würde die natürliche Lebenserwartung und
die Fressgewohnheiten der Wale studieren. Doch als einziges Forschungsergebnis bleibt festzustellen, dass bei den Fressgewohnheiten
der Japaner Walfleisch immer noch ganz oben steht. Für dieses kulinarische
Verbrechen veranstalten sie ein Massaker, bei dem jährlich etwa ein Drittel
des Weltbestandes abgeschlachtet wird. Daran ist zu denken, wenn Heinz Sielmann
heute für seine "Expeditionen ins Tierreich" in die faszinierende
Welt der Wale hinabtaucht. Und wenn er die rührenden Bilder einer Walgeburt
zeigt, sollte keiner vergessen, dass das Junge ausgezeichnet Chancen hat,
einmal im Magen eines verfetteten Sumo-Ringers oder einer durchsichtige
Geisha zu enden. Doch Hilfe bei der Endlösung der Walfrage erhalten die
Japaner von allen Seiten. Tausende von Walen sterben an vergifteten Kleinfischen
und Algen. Solange die Weltmeere weiter unverfroren als gigantische Sondermüllbehälter
genutzt werden, haben Pott- und Bartenwal, Delphin und Tümmler beste Aussichten,
in den nächsten 20 Jahren aus den Ozeanen zu verschwinden. Nur ein sofortiges
Verbot sämtlicher Gifteinleitungen in die Meere kann Moby Dick und Flipper
vielleicht noch retten. Bei diesen schlimmen Perspektiven empfiehlt es sich,
die heutig Sendung auf Video aufzunehmen, vielleicht ist sie leider schon
bald ein geschichtliches Dokument.
ABMOD:
Die
ARD zeigt "Expeditionen ins Tierreich" von Heinz Sielmann heute
Abend um 20.15 Uhr.
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