• Fernsehtipps für RADIO 107 in Hamburg (kleine Auswahl der täglichen Sendungen)
  • "Welt der Mode"
    25% Polyester, der Rest ist Sonne und Langeweile. Selbst Tahiti ist von der schlimmsten Modewelle seit Erfindung des Zwirns heimgesucht worden. Ein Bericht des Schreckens in pastell.

    BBC One

    "In inniger Feindschaft"
    Inge Meysel gegen Hildegard Knef, das Gefecht der großen alten Hennen deutscher Fernsehkunst. Falten gegen Wülste - ein Kampf auf Verbiegen und Zerbrechen, ohne geöffneten Ausschnitt, aber mit offenem Ausgang.

    ARD

    "M - Das Männermagazin"
    Der früher noch saubere Bildschirm wird zum Schlüsselloch für ein Millionenvolk von verklemmten Erotomanen. Nackte klatschen baumelnde Busen gegen Kameras oder begeistern sich am eigenen Gesäß.

    GIRL

    "Mainz, wie es singt und lacht"
    Deins bleibt deins und Mainz bleibt Mainz. Jedes Jahr hat diesen Freitag, an dem man wünschte das Fernsehen wäre nie erfunden worden. "Mainz wie es stinkt und kracht" heißt die grässliche Livesendung.

    MBC

    "Das Stundenhotel von St Pauli"
    Ob selbst in eine scheintote Hose noch Bewegung geraten kann, ist heute Abend zu begutachten, wenn der sündige Curd Jürgens in das "Das Stundenhotel von St. Pauli" absteigt...

    SVERIGE

    "Die volkstümliche Hitparade im ZDF"
    Stolz und geschwätzig wie eine Ohrenqualle wird Carolin Reiber die Blicke interessierter Zuschauer auf ihre Frisur lenken, die immer an das eingefrorene Nest eines explodierten Rohrsperlings erinnert.

    ZDF

    "Italienischer Abend im deutschen TV"
    Pizza und Spumante auf allen Kanälen, in Venedig wie in der Fernbedienung. Die Rolle der Unterwasserregatta bekam Frau Palmer zwar nie, doch bei den Aquafilmfestspielen in Rimini das 'Goldenen Bullauge'.

    BR

    "Das war Spitze"
    Aufgewachsen beim Berliner Agentensender RIAS, tötete Hans "Hänschen" Rosenthal die Nerven der Bundesbürger mit "Dalli, Dalli". 153 mal huschte er damit wieselflink über den Bildschirm, bis die Röhre zu platzen drohte.

    DR

    "Telemotor"
    "Telemotor", die Sendung der Mythen, Monster und Motoren. Für alle, die ihren Kühler lieber im Kopf und PS-Stärken in der Hose tragen, wird erklärt warum auch die Worte 'autoritär' und 'Autopsie' mit 'auto' beginnen.

    DDR 2

    "Expeditionen ins Tierreich"
    Was ist 30 Meter lang, wiegt 150 Tonnen und hat doch gegen 1,51 Meter keine Chance? Es ist natürlich der Blauwal im Kampf mit seinem japanischen Mörder, der hemmungslos die Ausrottung der größten Säugetiere betreibt.

    Trial?

    "Götter aus Blech"
    Ein stolzer Statistiker verrät, wieviel Kindergärten jedes Jahr mit totgefahrenen Kindern gefüllt werden könnten, und nicht minder aufgeblasen schwärmt ein Landschaftsplaner von seiner achtspurigen Autobahn im Einklang mit der Natur.

    ORF

    "TELE 5"
    Wer kennt das nicht? Man sitzt vor dem Farbfernseher und fragt sich plötzlich: Um Gottes Willen, was seh' ich da eigentlich? Sport- und Kulturkanäle, Tele Soundso und Pro dies und das.Was sind das für Programme, die Gevatter Fortschritt uns ins Haus liefert?

    RDV

    "Golden Girls"
    Schluss mit jungen Dummchen, die außer länglichen Beinen und abendfüllender Oberweite, nur hübsche leerstehende Köpfchen zu bieten haben. Die Zeit ist reif für noch reifere Damen, die Bescheid wissen auf den Gebieten der Östrogene und Darmträgheit.

    MTV

     

     

     

     

     

    Fernsehtipp für 2.3.

    "Welt der Mode" ZDF 21.07 Uhr

    Ganz Europa leidet nun seit Wochen unter den schlimmsten Stürmen seit Erfindung des Barometers, doch anderen geht es auch nicht besser. Jetzt ist auch Tahiti von einer gemeinen Modewelle heimgesucht worden, die schwerste Verwüstungen hinterließ. Das zweite deutsche Buntfernsehen hat seine rasenden Reporter vor Ort gesandt, um über die furchtbaren Frühlingsschäden und die kommende Sommerkatastrophe zu berichten: Am grässlichsten wird es die Frauen treffen. Was frau tragen soll, sind einmal mehr die sehr pastelligen Strukturen in Uni. Üppig abgestimmte Strickgarne entsprechen, wie gehabt, dem neuen Zeitgeschmack. Ausgezeichnet verarbeitet zu minifarbenen Materialmixparkas in hamsterarschbraun, bilden sie den 'Dernier cri' der Saison. Abends trägt die Dame von Welt ihre Schale in luftig-leichter Lochmusteranordnung auf durchsichtigen Querbalken, die das mit rosa Noppen besetzte freie Rückenteil unaufdringlich hervorheben. Auf Dessous sollte im Frühling gänzlich verzichtet werden, höchstens ein sehr fleischfarbenes Tutu ist erlaubt, aber bitte nur mit praktischem Schraubverschluss. Wieder in Mode gekommen, sind auch die ölpestbunten Knickerbocker mit Gehschlitz und ausgeschnittenem Bund, wie sie schon vor hundert Jahren niemand zu tragen wagte. Für die zahlreichen äußerst Molligen empfiehlt sich noch wie vor die strapazierfähige Umstandsmode für Beschwipste. Kochfest selbstverständlich, und ohne Accessoires bitte. Flaschenförmige Glockenröcke in Weißwein als "pret-a-porter" getragen, bilden den Höhepunkt aller Modensauen, sind jedoch nur mit Vorfahrt und etwas Rouge zu genießen. Sollte dieses verblasst sein, behilft sich Frau dieses Jahr mit mehrfarbigen Schnittbögen, am besten vom eigenen Ehemann sauber auf die Haut genagelt. Denn der muss eh am meisten leiden. Schon heute Abend, falls er sich nicht bei der Wohl des Fernsehprogramms durchsetzen kann .....

    ABMOD

    25% Polyester, der Rest Sonne und Langeweile, alles im ZDF ab 21.07 Uhr in der "Welt der Mode".

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    Fernsehtipp für Freitag, 8.12.

    "M - Das Männermagazin" RTL 1. 15 Uhr "Das Stundenhotel von St. Pauli" SAT 1 23.05 Uhr

    Auch wenn die Erstsendung gerade mal vier Tage zurückliegt, werden zur Wiederholung heute Nacht wieder Millionen voll bemannt vor dem Bildschirm hocken, um hochkonzentriert auf eigene kleine Höhepunkte zu warten. Geboten wird bei RTL "M - Das Männermagazin" mit Muskeln, Motoren und Mädchen, allem was so ein richtiges Männerherz zum Klopfen bringt. Der früher so saubere Bildschirm wird dann zum Schlüsselloch für ein Millionenvolk von verklemmten Erotomanen, die sich an schäbigen Softpornos ergötzen möchten. Ohne jeden Hauch von Erotik werden sportive Aktmodelle zu seltsamer Musik und an merkwürdigen Örtlichkeiten völlig unmotivierte Entblößungsversuche vornehmen, um bei Gelingen lächerlich selbstzufrieden Hand an sich zu legen. Nackte und solche, die es besser nicht wären, geraten zwischen die Werbeblöcke und klatschen baumelnde Busen gegen Kameras oder begeistern sich am eigenen Gesäß, Doch diese primitiven Anschläge auf Mann seine Instinkte sind nicht nur ejakulatorischer Natur. Dahinter steckt kein aufklärerischer Gedanke, sondern der schnöde Mammon, natürlich. Jede Folge dieser Peepshow kostet gerade mal 20.0000 Mark und ist damit genauso billig wie sie aussieht. Und so erfüllt diese Penetration zu Dumpingpreisen ihren Zweck für die Kölner Privat-Sexisten. Ähnlich wie bei Fußball und Tennis sollen diejenigen Zuschauer angelockt werden, die auf anderen Kanälen, wie im eigenen Bett zu kurz kommen. Und auch den Werbekunden gefällt dieser Stoßverkehr. Zu dessen Sendezeit sind die Werbepreise billig und erreichen doch viele Zuschauer. Kein Wunder, dass da die prüde Konkurrenz aufschreckt. Zwar versprechen ARD und ZDF, dass bei ihnen Nummern nur bei den Lottozahlen geschoben werden, doch SAT 1 möchte noch einen steilen Zahn zulegen. Allerdings, ihr sündiger Eros-Trip müsse mit dem übrigen Programm Schritt halten. Ob also selbst in eine tote Hose noch Bewegung geraten kann, ist heute Abend zu begutachten, wenn der sündige Curd Jürgens in das "Das Stundenhotel von St. Pauli" absteigt...

    ABMOD

    Für die ganz Schlimmen unter unseren Zuhörern: "Das Stundenhotel von St. Pauli" zeigt SAT 1 um 23,05 Uhr und ab 1.15 Uhr läuft "M-Das Männermagazin" bei RTL.

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    Fernsehtipp für Freitag, 23.02.

    "Mainz, wie es singt und lacht" ARD 20.15 Uhr

    Deins bleibt deins und Mainz bleibt Mainz. Fernseher bleibt Fernseher und live ist es am schönsten, genauso wie Ausnahmen die Regel bestätigen. Jedes Jahr hat diesen Freitag, an dem man wünschte das Fernsehen wäre nie erfunden worden. "Mainz wie es stinkt und kracht" heißt die grässliche Livesendung aus dem ebenso unschuldigen wie kurfürstlichen Schloss in Hessen, das sich bis unter die Zinnen rot schämen würde, wenn es denn könnte. Scharf wie "alaaf " und blau wie "helau " begehen uniformierte Spießvögel ihr geschmackloses Aufeinandertreffen. Jede Jahreshauptversammlung der Freunde mittelalterlicher Brunnen im Südfrankenland hat mehr Witz und Niveau als das brünstige Herumgeklöter der närrischen Fasenachtsfratzen. Mit der Wortgewandtheit von taubstummen Klobürsten tollen Narrelesen und ähnliche Wesen mit Gecken und Jecken um die Wette; angeführt von Ihro Gnaden der Sitzungsmajestät Reiner Laub, wie er ganz treffend heißt. Der CDU-Abgeordnete ist, wenn er die Pappnase in der Hose trägt, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Beseitigung von Sondermüll, darum besitzt er auch keinen Spiegel. Lieber bläst er sich und anderen kräftig den Narhalla-Marsch, was ausgeht wie das Hornberger Schießen unter die Gürtellinie. Zotige auf Kosten von Minderheiten ist auch das üble Geschäft der flügellahmen Gonsbach-Lerchen, um die sich eigentlich der Tierschutzverein kümmern müsste. Die gleiche dumpfe Gesinnung beweist stolz und heiter der Pöbeltrupp der Prinzengarde, vom Glück verlassene Bürgerskinder, die sich dafür während ihrer drei tollen Tage schadlos halten wollen. Das einzig Gute an diesem Affentheater im Morast deutscher Kleinbürgerlichkeit ist, dass alle Büttenschwafler ihre Phrasen in einem Dialekt dreschen, den eh kein vernünftiger Mensch verstehen kann. So bleiben sie wenigstens unter sich...

    ABMOD:

    Wer einmal wissen möchte, wie es unter deutschen Er Stammtischen aussieht, der kann das heute in der ARD erfahren: Krankenval ab 20.15 Uhr .

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    Fernsehtipp für Mittwoch, 11.4.

    "In inniger Feindschaft" ARD 20.15 Uhr

    Menschenleere Straßen, geschlossene Theater und Kinos. Deutschland heute Abend - eine Nation wird vor der Glotze kauern.

    Der ARD ist der größte Coup seit Erfindung des Köpcke gelungen, sie überträgt heute Abend das spannendste Duell der Farbfernsehgeschichte. "In inniger Feindschaft" heißt so passend der Hennenkampf, in dem die beiden monumentalsten Vetteln deutscher Versuchsschauspielerei gegeneinander blöken werden: Inge Meysel, die eingelaufene Mäusemutter der Nation, trifft auf die zum Arschgesicht geliftete Hildegard Knef. Falten gegen Wülste - ein Kampf auf Verbiegen und Zerbrechen, ohne geöffneten Ausschnitt, aber mit offenem Ausgang. Obwohl Inge Meysel 16 Jahre mehr auf ihrem debilen, krummen Rücken zu tragen hat, spricht die derzeitige Backform doch für sie. Die erfolgreiche Knoblauchpillenfabrikantin wuselt als eigene Werbetafel herum. Gluckt und verspritzt Gift, als wäre das Spiel 'Intrige' für sie erfunden worden. Hildegard Knef, die verlebte Schimmelstute, scheint dagegen etwas außer Trab geraten zu sein. Ihren Hafer bekommt sie vom Künstlersozialwerk und den aufgeschwemmten Leib traut sie sich nur nach aufwendigen Anstreicharbeiten einer angewiderten Öffentlichkeit vorzuführen. Doch die verfettete Matrone scheint solch Abscheu gar nicht mehr richtig wahrzunehmen. Außer einer Visage, die an missglückte Zangengeburten erinnert, deuten schwerste Bewegungsstörungen auf ein schlimmes Formtief. Doch angeschlagene Gegner sind die gefährlichsten. Frau Meysel sollte auf der hässlichen Hutspitze sein, um am Ende das goldene Schrapnell davontragen zu können. Die nervöse Alte ist ja ohnehin in ihre immense Leidensfähigkeit verliebt, wegen der sie schon so manches Schwimmbad randvoll heulte. immer wieder ein schauderhaftes Bild, bei dem auch keine Schadenfreude versöhnen kann, das Würgen im Hals ist zu stark. So zollen wir diesen beiden giftigen Damen unseren Ekel und Hass, hoffend, dass die 'Innige Feindschaft" keine überleben wird.

    ABMOD:

    Kein Plädoyer fürs Altwerden heute in der ARD um 20.15 Uhr. "In inniger Feindschaft" heißt der Film, in dem zwei widerwärtige Beispiele, von Gerontophilie vorgeführt werden.

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    Fernsehtipp für Dienstag, 30.1.

    "Telemotor" ZDF 22.10 Uhr "Götter aus Blech" ZDF 22.40 Uhr

    Nach den neuesten Statistiken kommen in der BRD auf jedes Auto zwei Einwohner, doch die allmächtige Automobilindustrie wird wohl auch dann noch keine Ruhe geben, wenn jeder Bundesbürger über zwei Fahrzeuge verfügt. Solch erhabenem Anspruch fühlt sich natürlich auch das ZDF verpflichtet, und so ist sie nun wieder im Programm: "Telemotor", die Sendung der Mythen, Monster und Motoren. Und für alle, die ihren Kühler lieber im Kopf und PS-Stärken in der Hose tragen sollten, hat es auch gleich in der ersten Ausgabe die passenden Themen: Zum Beispiel den langersehnten Geländewagentest. Mit diesem semi-offenen Vehikel, früher auf Förster und andere uniformierte Totschießer beschränkt, kutschiert heute jedes solargebräunte Flittchen zur Pediküre, um auch im Sommer ihren frisch rasierten und gefärbten Pelz ausfahren und bewundern lassen zu können. Ganz zu schweigen von den verwöhnten Schnöseln, die ganz einfach zu faul sind, ihr Surfbrett vom Parkplatz bis zum Starnberger See zu tragen. Außerdem baumelt so das Goldkettchen besser auf den nicht vorhandenen Haaren, als im geschlossenen Opel Manta. Eine vierradgetriebene Karre für alle, die im Kopf noch nicht einmal über den einfachen verfügen. Welcher Bankier also bis heute nicht wusste, welchen Jeep er seiner Freundin unters Bett stellen sollte, heute kann er es nun erfahren. Ein Umweltthema als obligatorisches Feigenblatt darf natürlich auch nicht fehlen. Doch wer das Auto lieber als gesellschaftspolitische Rostlaube behandelt haben möchte, sehe gleich die Sendung danach: "Götter aus Blech". Dort wird nun verraten, warum auch die Worte 'autoritär' und 'Autopsie' mit 'auto' beginnen. Ein stolzer Statistiker verrät, wie viel Kindergärten jedes Jahr mit totgefahrenen Kindern gefüllt werden könnten, und nicht minder aufgeblasen schwärmt ein Landschaftsplaner von seiner achtspurigen Autobahn im Einklang mit der Natur. Dass für diese Trasse Wälder gerodet und Menschen vertrieben wurden, sieht aus den mobilen Todeszellen ja niemand mehr. Gegen das Waldsterben wird ein Schilderwald gepflanzt, doch gegen die Dummheit der Menschen hilft wohl nur der radikale Völkermord auf Asphalt.

    ABMOD:

    Wer meint ein Lenkrad hätte mehr Rundungen als seine Frau, der schaue ruhig rein in den "Telemotor" im ZDF um 22.10 Uhr. Die nächste Stoßstange folgt gleich anschließend, "Götter aus Blech" um 22.40 Uhr.

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    Fernsehtipp für Freitag, 26.1.

    "Golden Girls" ARD 23.00 Uhr

    Neue 20teilige Komödienserie

    Die alte Dame ARD hat die Zeichen der Zeit als erste erkannt: Schluss mit jungen Dummchen, die außer länglichen Beinen und abendfüllender Oberweite, nur hübsche leerstehende Köpfchen zu bieten haben. Die Zeit ist reif für noch reifere, ältere Damen, die mit der Erfahrung vieler Jahrzehnte wissen, wo es lang geht auf den Gebieten der Östrogene, Liebe und Darmträgheit. Statt mit unbedarften Tanja Schildknechts und Tini Plates zu leiden, wollen wir nun von den "Golden Girls" erfahren, wo der Hammer wirklich hängt. Die "Golden Girls", so der Titel einer neuen Serie in der ARD, sind vier bezaubernde, grauhaarige Damen jenseits der fünfzig, die sich eine Wohnung teilen. Die aberwitzigste Wohngemeinschaft der Fernsehgeschichte besteht aus Dorothy, Typ diskret gescheite Lehrerin und ihrer Mutter Sophia, die, mit allen Wassern gewaschen, für jeden ihre beißende Komik bereit hält. Dazu gesellen sich die einfältig unbedarfte Rose und Blanche, die ebenso monoman wie mannstoll, dafür sorgt, dass der Jungbrunnen nie austrocknet. Vier ältere Damen im D-Zug Tempo, die gar keine alten Zöpfe haben, um sie abzuschneiden. Der Lebensabend als Frühling, ganz ohne Knoblauchdragees und Seniorenpass. Taiga-Wurzeln und Thai-Ginseng so unnötig wie Ohrensausen und Arterienverkalkung. Frau ist so alt, wie sie sich fühlt und der Sex hört mit dem Babyspeck noch lange nicht auf. Auch auf diesem Gebiet gilt, dass erst Erfahrung die Klasse macht. Die Anzahl der grauen Haare ist so unwichtig wie die der Falten. Nur der Spaß zählt! Genau der Spaß, den so viele Jüngere nicht haben, bei denen die Sorge um die Rente nur vom Braunton der Schrankwand übertroffen wird. "Golden Girls" ist ein Plädoyer für das Altwerden, das beweist, dass das Leben erst mit fünfzig richtig beginnt und dass Frauen wohl doch die besseren Menschen sind.

    ABMOD:

    Für alle, die nur mit den Jahren altern, zeigt die ARD heute Abend um 23.00 Uhr "Golden Girls".

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    Fernsehtipp für Mittwoch, 24.1.

    "Die volkstümliche Hitparade im ZDF" ZDF 19.30 Uhr

    Endlich ist sie da ! Obwohl niemand ihr Fehlen bislang bemerkt hat, dürfte manch einer sich nun vor Freude schon weggeschunkelt haben. Die Rede ist selbstverständlich von der 'Hitparade der Volksmusik', dem letzten weißen Fleck im deutschen Fernsehen. Zehn heitere Mittwochabende werden Deutschlands Ureinwohner dieses Jahr die Lederhosen überstreifen und das Dirndl enger schnallen. Moderieren tut diese teutonische Trachtenparade keine Geringere als die bekannte Moraltheologin und Nobelpreisträgerin für Eingeborenenmusik, Carolin Reiber. Stolz und geschwätzig wie eine Ohrenqualle wird sie die neuste Dirndlkonfektion vorführen und die Blicke der interessierten Zuschauer auf ihre Frisur lenken, die immer an das eingefrorene Nest eines explodierten Rohrsperlings erinnert. Damit solch Naturverbundenheit auch richtig zur Geltung kommt, sorgt die stilvolle Dekoration für eine passende Atmosphäre: lebendige Holzböcke und verwesende Alpenschneehühner im Sägewerkstyling schaffen eine Stimmung, bei der man das Alpenglühen förmlich in den Achselhöhlen spürt. Dazu noch die wunderbare 'Musi'. Das Weiblich-Rollende-"R" wird jede Sendung acht megahitverdächtige Heimatmelodien in das gnadenlose Rennen um den ersten Platz schicken. Abstimmen darf jeder Zuschauer, sofern er nachweisen kann, im Besitz einer funktionierenden Zither zu sein, ein Erstbesteigungsausweis ist diesmal nicht nötig. Die Wahl durchführen wird der Trachtenentkleidungsdienst, abgekürzt TED. Nicht allzu neu, aber bewährt. Gänzlich neu dagegen die hübsche Idee, 20 Millionen weitere Germanen waidmännisch aufs Korn zu nehmen: In jeder Ausgabe wird der Monatssieger von "Achims Hitparade der Volksmusik" als Gast eingeladen. Diese Gewinner aus dem DDR-Fernsehen dürfen aber nur außer Konkurrenz auftreten. Denn - wer die deutscheren Jodler hat, soll vorerst noch geheim bleiben.

    ABMOD:

    Nicht aus Las Vegas oder Hollywood, sondern aus München kommt heute "Die volkstümliche Hitparade", im ZDF um 19.30 Uhr.

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    Fernsehtipp für Mittwoch, 18.4.

    "Italienischer Abend im deutschen Buntfernsehen"

    ARD, N3, SAT 1 ...

    'Una notte speciale' mal wieder im deutschen Buntfernsehen. Pizza und Spumante auf allen Kanälen, in Venedig wie in der Fernbedienung. Würde heute Abend der Bildschirm ebenso stiefelförmig wie die katholische Halbinsel im Mittelmeer, keiner könnte es bemerken, so sehr dominieren Spagetti und Makkaroni das Programm zwischen Labskaus und Leberknödel: Die ARD stellt ihren italienischen Abend ganz in den völkerverbindenden Dienst des Sports. Genügend Anlass geben die Europapokalrückspiele mit Mailand und Turin. Bajuwaren und Rheinländer treten gegen mit allen Rotweinen gewaschene junge Multimillionäre. Das Dritte Programm wird seinem kulturellen Auftrag gerecht und setzt das deutsch-italienische Duell mit anderen Mitteln fort. Gesendet wird der Spielfilm "Rom, offene Stadt", das Meisterwerk von Roberto Rosselini aus dem Jahr 1945. Anna Magnani spielt eine Widerstandskämpferin, die von der SS ermordet wird. Menschliche Tragödien vor dem Hintergrund der deutschen Besatzung; ein Film, der auch nach 45 Jahren niemanden ungerührt lässt. Was alle anderen machen kann nicht verkehrt sein, sagt sich wieder einmal der platte Banalsender SAT 1 und kocht auch kräftig mit an der italienischen Suppe. Ihr erster Italo-Spielfilm des Abends heißt ganz nett "Caro Papa", ist aber gar nicht lustig. Papa hat zwar den schönen Vornamen Albino, doch das Gegenteil einer weißen Weste, als Topmanager steht er auf den Abschusslisten der Roten Brigaden ganz oben. Katzen- und Kinderlieb wie die Italiener nun mal sind, bekommt die Geschichte ihren besonders dramatischen Touch, weil der Filius Angestellter einer Terroristengruppe ist. Ein Stoff aus dem italienische Filmträume sind. 'Z 48' ist die Hauptperson des zweiten Films auf SAT 1. 'Z 48' ist nicht etwa ein Außerirdischer vom Vesuv, sondern ein italienisches U-Boot, das von seinem stolzen Capitano Leonardo gegen die Nachfahren des Sir Francis Drake durch die Nudelsuppen gesteuert wird. "Treffen in Tanger" heißt der blöde Kriegsfilm, in dem auch Lilli Palmer mitschwimmen darf. Die Rolle der Unterwasserregatta bekam sie zwar nicht, doch für ihre Darstellung eines weiblichen Periskops wurde sie bei den Unterwasserfilmfestspielen in Rimini mit dem 'Goldenen Bullauge' ausgezeichnet.

    ABMOD:

    Trotz Seveso und Algenpest, heute Abend wird der Frascati eingeschaltet und der Fernseher entkorkt : 'Bella Italia' bis zum Sendeschluss.

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    Fernsehtipp für Montag, 9. April

    gibt's heute nicht, dafür mal was anderes:

    Wegweiser durch den Kabeldschungel: TELE 5

    Wer kennt das nicht? Man sitzt vor dem Farbfernseher und fragt sich plötzlich: Um Gottes Willen, was seh' ich da eigentlich? Sport- und Kulturkanäle, Tele Soundso und Pro dies und das, im Dschungel der Kanäle kann der verkabelte Zuschauer eben allzu leicht den Überblick verlieren, um vollkommen verwirrt von den bunten Bildern erschlagen zu werden. Was sind das für Programme, die Gevatter Fortschritt uns ins Haus liefert? Wem gehören sie? Was senden sie? Und: Was wollen diese Leute eigentlich von uns? Beispielsweise der Münchner Privatsender Tele 5, der den Positionskampf um den 3. Platz unter den Privaten, hinter SAT 1 und RTL plus, aufgenommen hat. Die lange Suche nach einem Programmprofil hat Tele 5 mittlerweile abgeschlossen. Geboten werden auf festen Programmschienen Sendungen für die junge Familie und die Hauptsendezeit wird für massenattraktive Unterhaltungsware, also Spielfilme, freigehalten. Um das junge Familienglück perfekt zu machen, erhebt der Sender seine Babysitterfunktion zum Programm: jeden Tag von 17-19 Uhr gibt es Zeichentrickfilme für die Kleinsten - da stört kein Kinderquengeln den Feierabend der Erwachsenen. Geradezu genial die Platzierung der Cartoons am Wochenende, auch da beginnen sie um 8 Uhr morgens und Mutti und Papa können herrlich lange ausschlafen, wenn sie am Abend vorher, den Sprösslingen die Fernbedienung in die Wiege gedrückt haben. Die erwachsenen Familienmitglieder versucht Tele 5 vor allem mit Spielfilmen, Musik, Serien und Sport bei Empfangslaune zu halten. Informative und problemorientierte Sendungen wie das Behindertenmagazin "Normal" oder der Jugendreport "Klartext" sind da geradezu Informationsoasen in der allabendlichen Unterhaltungswüste. Von den vielen Musiksendungen sprengt besonders das engagierte "Off-Beat" den üblichen langweilig-amerikanischen Video-Rahmen. Moderiert und produziert von der faszinierenden Susanne Reimann, ist es diemit Abstand beste Musiksendung im deutschen Fernsehen. Noch mehr solcher Highlights wären dem Sender zu wünschen, Geld genug ist da. Hinter Tele 5 stehen unter anderen der italienische Medienmogul Berlusconi und der umsatzstärkste amerikanische Medienkonzern Capital Cities/ABC. Doch, Kultur und Niveau kann man nicht kaufen, da gehört auch Mut dazu, gerade im Fernsehen.

    ABMOD:

    Schalten Sie mal Tele 5 ein - im Kabelprogramm oder in den Sendepausen von RTL plus.

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    Fernsehtipp für Freitag, 30.3.

    "Das war Spitze" ZDF 21.07 Uhr

    Ein Satz, ein Sprung: ein Markenzeichen.

    Erreichte der Beifallssturm während seiner Fernsehshow eine bestimmte Phonstärke, trampelte das Publikum frenetisch im Takt: "Das war Spitze" - dann hob er ab. Gemeint ist natürlich Hans "Hänschen" Rosenthal, auch drei Jahre nach seinem Tod immer noch Deutschlands beliebtester Kunstspringer. Am 2. April wäre er 65 Jahre alt geworden, Grund genug für das ZDF, seiner heute Abend 37 Minuten lang zu gedenken. Aufgewachsen beim Berliner Agentensender RIAS, tötete er später in 15 Jahren die Nerven der Bundesbürger mit seinem Farbquiz "Dalli, Dalli". 153 mal huschte er damit wieselflink über den Bildschirm, bis die Röhre zu platzen drohte. Schwindlig wurde einem schon beim Zusehen, doch vollends nervös konnte das Wichtel- unter den Heinzelmännchen jeden quatschen, der ihm nur für zwei Minuten seine Ohren lieh. Als schnellster Brüter aller Funkhäuser, erfand das immer etwas zu braun geschminkte "Hänschen" all die furchtbar lustigen Spiele für seine Kandidaten selbst. Und man merkte ihm stets an, dass er sie am liebsten auch selbst gespielt hätte. Doch das verbot ihm glücklicherweise seine phantastische Mannschaft, aus der besonders das Slalomkastrat Christian Neureuther, die Fußballgattin Monika Sundermann und der Geschwindmaler Oskar heraus ragten. Doch an den "Hans-spring-in-die-Luft" reichten sie nie heran. Der kürzeste unter den großen Berufsberlinern war laut Ohrenminister Genschman "einer der liebenswertesten Menschen auf der ganzen Welt" - und der kennt viele. Ähnliches empfindet wohl auch die werte Witwe, Frau Traudl Rosenthal. Sie möchte das Leben ihres Zwergengatten verfilmen und weiß auch wer die Hauptrolle spielen soll. Kein Geringerer als Dustin Hoffman darf den Hektiker darstellen - hoffentlich weiß der auch die hohe Ehre zu schätzen ...

    ABMOD:

    Zum 65. Geburtstag von Hans Rosenthal sendet das ZDF heute Abend um 21.07 Uhr 'Das war Spitze", 37 Minuten nervöser Fröhlichkeit.

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    Fernsehtipp für Dienstag, 27.3.

    "Expeditionen ins Tierreich" ARD 20.15 Uhr

    Was ist 30 Meter lang, wiegt 150 Tonnen und hat doch gegen 1,60 Meter keine Chance? Es ist natürlich der Blauwal im Kampf mit seinem japanischen Mörder. Neben Norwegen und Nordkorea ist es vor allem Japan, das hemmungslos die Ausrottung der größten Säugetiere betreibt. Zwar gilt seit fünf Jahren ein Jagdverbot auf Großwale, von dem nur Fänge für wissenschaftliche Zwecke ausgenommen sind, doch diesen Gummiparagraphen nutzen die gierigen, kleinen Inselmörder für ihr blutiges Geschäft. Absolut schamlos deklariert Japan sein Massenschlachten damit, es würde die natürliche Lebenserwartung und die Fressgewohnheiten der Wale studieren. Doch als einziges Forschungsergebnis bleibt festzustellen, dass bei den Fressgewohnheiten der Japaner Walfleisch immer noch ganz oben steht. Für dieses kulinarische Verbrechen veranstalten sie ein Massaker, bei dem jährlich etwa ein Drittel des Weltbestandes abgeschlachtet wird. Daran ist zu denken, wenn Heinz Sielmann heute für seine "Expeditionen ins Tierreich" in die faszinierende Welt der Wale hinabtaucht. Und wenn er die rührenden Bilder einer Walgeburt zeigt, sollte keiner vergessen, dass das Junge ausgezeichnet Chancen hat, einmal im Magen eines verfetteten Sumo-Ringers oder einer durchsichtige Geisha zu enden. Doch Hilfe bei der Endlösung der Walfrage erhalten die Japaner von allen Seiten. Tausende von Walen sterben an vergifteten Kleinfischen und Algen. Solange die Weltmeere weiter unverfroren als gigantische Sondermüllbehälter genutzt werden, haben Pott- und Bartenwal, Delphin und Tümmler beste Aussichten, in den nächsten 20 Jahren aus den Ozeanen zu verschwinden. Nur ein sofortiges Verbot sämtlicher Gifteinleitungen in die Meere kann Moby Dick und Flipper vielleicht noch retten. Bei diesen schlimmen Perspektiven empfiehlt es sich, die heutig Sendung auf Video aufzunehmen, vielleicht ist sie leider schon bald ein geschichtliches Dokument.

    ABMOD:

    Die ARD zeigt "Expeditionen ins Tierreich" von Heinz Sielmann heute Abend um 20.15 Uhr.

     

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