Wo einst im Mai...

Am Ende siegt doch immer der Bessere, auch wenn es manchmal 260 Tage dauert. Darf ich vorstellen: Der Deutsche Fußballmeister der Saison 2000/2001 heißt schon jetzt Bayer 04 Leverkusen!
Großer Tusch und alle Hüte ab!
Damit erringt die beste Mannschaft der letzten Saison nun endlich den verdienten Titel. Bayer hat den Pillenknick vollzogen: vom Kunstverein zum Künstlerclub.
Wie letztes Jahr entschied die Auswärtspartie in Unterhaching, dem gallischen Dorf vor den Toren Münchens, das Titelrennen. Doch anders als im letzten Jahr kamen die Hachinger am Sonntag nicht mit Reisegepäck und Badelatschen in ihren eingelaufenen Sportpark. Dem kleinen Stadion, wo schon jeder Grashalm mit Leverkusener Tränen geflutet wurde und die beiden Tore Fluch und Schande heißen.
Aber auch die Bayer aus Leverkusen hatte sich auf entscheidenden Positionen verändert. Es fehlte das gesperrte Unglückstalent Ballack, sowie Trainer Daum wegen seiner besonders haarigen Angelegenheit.
Was ein Glück, denn für ihn thront nun bekanntlich Vogts auf der Trainerbank, der kleine Berti mit seinem großen Superstab. Und mit dem zerschlug der Exterrier das Hachingtrauma so endgültig, dass Manager Calmund zur Abwechslung mal vor Freude zu platzen drohte.
Wer sollte die Leverkusener nun noch stoppen? Der Rest vom Ruhrgebiet patzt bereits jetzt, und die Bayern werden den Titel schon routiniert wegrotieren. Nein, nein. Der Bundes(-liga)-Berti wird's schon richten. Denn der hat ja den multifunktionellen Meisterstab.