Anpfiff in der Halle
Nun ist es wieder soweit: Weil die Hallen selbst für die Weiten
der deutschen Skispringer noch nicht ausreichen, müssen wieder
die Kicker rein und ran: der DFB-Hallen-Pokal 2001 hat begonnen.
Wie jeden Winter reißen die Bänder und knallen die Banden.
Denn vor dem Ehrgeiz der teilnehmenden Zweit- und Drittligisten ist
kein Kicker sicher. Als sei ihnen die Profi(l)neurose von den Stutzen
in die Stirn gestiegen, kloppen und grätschen sie um ein paar Krumen
vom großen Fußballgeschäft.
Dem Sieger des Finales in Dortmund winken knappe 300.000 DM Prämie.
Peanuts, die der Busfahrer des FC Bayern schon beim Stopp an der Raststätte
als Trinkgeld verjubelt, die aber den Sachsen aus Leipzig zum Bau eines
neuen Stadions mit Warmwasserduschen samt Libero ausreichen würden.
So aufgemöbelt, fegen die "Kleinen" durch die Hallen,
dass die anderen schon vor dem Anpfiff ihre Turnhosen gestrichen voll
haben. Die Folge der Feigheit: Nationalspieler sind auf dem Kunstrasen
seltener zu finden als ein Grashalm. Ins Angebot kommen verwegene Amateure
und tollkühne Nachwuchsspieler.
Die Stars werden geschont für die Autogrammjäger, die einzigen
Sieger dieses "Spektakels auf der Streichliste" (Hoeneß).
Inmitten von Bierfahnen und Schweißgeruch wildern sie selig Unterschriften.
Manch ein Top-Profi steht dann Auge in Auge mit einem nicht abzuschüttelndem
Bewunderer. Wenn das mal keinen Schock hinterläßt.