Aufschlag oder Niederschlag


Erinnern Sie sich noch an Boris Becker, den Tennisspieler? Wohl kaum, die seligen Filzball-Zeiten sind von Sampras und Co schon längst in den Orkus der Sportgeschichte geschmettert worden.
Aus der Hechtrolle wurde eine Speckrolle und aus dem Leimener der Geleimte. Doch einen ficht solch Abstieg gar nicht an. Boris "Äh" Becker sieht seinen Stern nicht am Verglühen, im Gegenteil, er ist in aller Munde. 117 Titelgeschichten in der Bildzeitung im letzten Monat, ein 2.100 Seiten Interview im Spiegel, Bum-Bum ist so aktuell wie BSE, nur besser. Und das zu Recht. Ausgezogen aus seinem luftigen Wohnzimmer kämpft der Rasenspezialist nun als selbsternannter und weltweiter "Botschafter für das neue Deutschland". Selbst für "Superman" bliebe da nur die Rolle des Balljungen übrig.
Allerdings, auch wenn ein Gottvater eigentlich keine Kollegen hat, da gibt es einen, der thront am Sportlerfirmament noch eine Stufe höher. Von Geburt an ("Der kam mit die Beene zuerst!") lebte der Apoll "Rocky" aus Berlin-Schöneberg sein ungewöhnliches und bewegtes Leben.
Getauft auf den bürgerlichen Namen Graciano Rocchigiani verdrosch er mit seinem Bruder Ralf die Polizisten gleich Kohortenweise, zerlegte Autos, Kneipen und Hausmeister in ihre Einzelteile und ließ sich sogar wegen Menschenhandels anklagen.
Rocky, das bedeutet: Mal nüchtern, mal besoffen. Mal reich, mal arm. Mal oben, mal unten. Aber immer Tierfreund. Und auch wenn er im Ring mal auf die Bretter musste, den Typen Rocky konnte noch keiner besiegen.

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